Heute war ich seit langer Zeit nochmal bei meinem Hausarzt. Ja, richtig vermutet: ich bin kassenversichert und deshalb benötige ich einen Allgemeinmediziner.
Ich halte dies aber für eine sehr sinnvolle Einrichtung, durch die die PK`s wahrscheinlich auch sparen könnten.

Die Praxis war rappelvoll. Für jeden aufgerufenen Patienten betraten gleich zwei neue Patienten die Praxis. Das Warten auf einen Sitzplatz wurde auf diese Weise zu einem Kampf um einen Sitzplatz – denn wen interessiert schon die Reihenfolge?
Also stand ich im Flur und wurde von zwei besonders offensiv „pushenden“ Greisinnen übervorteilt. Ich amüsiere mich über solche Drängeleien, denn ich gewähre älteren Menschen ohnehin den Vorzug.
Besonders spaßig wurde es dann aber, als eine der Drängelerinnen zurück an den Empfang beordert wurde. Sie wollte sich die zweite Einheit einer Impfung abholen, hatte aber ihren Impfausweis nicht dabei. Das ist dann wohl Pech.
Sie ging zurück ins Wartezimmer, zog sich an und platzierte dann ihre Tasche auf ihrem ehemaligen Platz. Dort blieb die Tasche dann auch zehn Minuten, während sich die Dame mit einer anderen Altersgenossin unterhielt. Ich stand in unmittelbarer Nähe und fragte mich, wieso der Sitzplatz vorher eigentlich so wichtig gewesen war, wenn sie doch jetzt auch problemfrei 10 Minuten stehen konnte. Manche Menschen sind eben allein auf dieser Welt, wie auch diese Muschi.

Irgendwann durfte ich mich dann auch auf einen freigewordenen Platz setzen und harrte der Dinge, die da kamen.
Zuerst hörte ich das Schnaufen. Rhytmisches „ahmmmm“. Immer und immer wieder.
Es stammte von einer Greisin links von mir, die damit offenkundig ihren Unmut wegen der Wartezeit äußer wollte und auf möglichen Zuspruch gierte. Es reagierte aber niemand.
Mit der Zeit setzte die Seniorin dann auch ihre Schuhe ein und erzeugte durchaus laute Klopfgeräusche – es reagierte immer noch niemand.
Dann kam der Stock hinzu, der arhythmisch in das Klopfen der Füße einstimmte und durch das genervte Seufzen ergänzt wurde.
Die letzte Eskalationsstufe bildeten spontan eingeworfene Worte: „Heiliger Strohsack!“, oder „Wie lange dauert das noch?“ dazwischen: „Ahhhhhms“ und „Mhhhhh“.
Ich stellte mir vor, wie es wohl wäre, der Frau mitten ins Gesicht zu treten. Kann man Menschen eigentlich das Gesicht wegtreten? Da ich aber zivilisiert bin, entschied ich mich für das gezielte Ignorieren der Pöblerin.

Unten wurde geklingelt und fast umgehend wurde der Türdrücker von einer der Sprechstundenhelefrinnen betätigt. Einige Minuten später öffnete sich die Praxistür und eine Rettungswagenbesatzung in voller Montur betrat die Praxis – Notfall. Ich war beeindruckt von der Professionalität der Praxisangestellten, denn von einem Notfall hatte ich nichts mitbekommen.

Wieder klingelete es und eine Frau betrat die Praxis, ging aber deutlich zielstrebiger am Wartezimmer vorbei, als der typische, mitleidsheischende Patient.

„Ist der Rettungswagen bei Ihnen?“, fragte die Frau mit vorwurfsvollen Ton. Die Angestellte bejahte und dann ging es richtig los. „Der Rettungswagen blockiert die Ausfahrt. Es ist mir egal, ob es sich um einen Notfall handelt – andere müssen schließ´lich auch ihr Leben führen!“, ätzte die Frau weiter.

Ich überlegte mir, ob ich ausrasten sollte. Dann musste ich aber nur laut lachen. Mein Lachen drang aus dem Wartezimm er heraus und stachelte die Fotze nur weiter an. Ich überlegte, was ich ihr mit einem Hammer für Leiden zufügen konnte.
Dann erschien der Fahrer des Rettungswagens und verließ die Praxis um den Rettungswagen umzusetzen. Zeitgleich erschein dann auch ein Notarzt in den Praxisräumen – es handelte sich also wirklich um einen Notfall.

Menschen sind Arschlöcher – immer und überall.

Ich wünschte der Fotze, daß sie auf dem Nachhauseweg einen Autounfall hat und sich in einem Graben überschlägt. Während sie dann auf dem Dach ihres Wagens liegend, mit gebrochenem Kiefer auf den Rettungswagen wartete, würde sie wahrscheinlich eine andere Einstellung zu diesem Thema gewinnen.

Unbestimmte Zeit später kam ich dann an die Reihe und betrat das Sprechzimmer des Arztes.

Stefan Hensch

Ich und mein Iphone

Oktober 19, 2010

Aus aktuellem Anlaß wird zwischen die Episoden der „Gralssuche“ eine aktuelle Meldung eingeschoben. Wir bitten dafür um Verständnis. Nach der Lektüre der Meldung, werden Sie vielleicht Verständnis haben. Episode 3 der Gralssuche erscheint morgen an gewohnter Stelle: Hier.

Heute klingelte es bei mir. Es war ein freundlicher DHL-Mann, der mir ein Paket entgegen streckte.
Ich nahm es an und unterschrieb auf seinem zerkratztem MDE.
Ich ging mit dem Paket in die Küche. Sollte es etwas das enthalten, was ich dachte, daß es es erhalten könnte?
Ja, genau DAS war darin! Meine Belegexemplare von Ich und mein Iphone!

Voller Vorfreude rief ich die Kinder zusammen, ich legte die CD in die Stereoanlage und Happy, Mausbär, Rocky, Teresa und ich machten es uns auf dem Sofa bequem, während wir Track 13 , „Die spanischen Armada“ lauschten.

Als der Track zuende war, herrschte Stille. Wir schauten uns mit großen Augen an. Unsere Augen strahlten. Alle waren total begeistert. Johannes Steck hatte es wirklich geschafft. Er hat unserer Geschichte Leben eingehaucht.

Nur einer starrte mich böse an: Mausbär. Wenn er kein Fell im Gesicht hätte, wären seine roten Flecken deutlich zu sehen gewesen.
Ich kann nur zu gut verstehen, warum Mausbär sauer ist. Die Veröffentlichung der Geschichte hat nämlich eine meiner „Kellerleichen“ ans Licht der Welt gebracht. Einer meiner Bluffs ist aufgeflogen. Damals war ich dank des Bluffs um den Kauf eines Iphone für Mausbär herum gekommen. (Details dazu auf: Ich und mein Iphone)

„Papa, als Entschädigung will ich: Honig, Honig und ein paar Extra 5 Euros und ein Ipad!“. Sagt Mausbär vor Wut bebend. Ich schlucke. Wie soll ich aus der Nummer jetzt nun wieder herauskommen?

„Ach Mausssbär … Wasss willsssste den mit dem ollen Ding?“, fragt Rocky (der auch gar nicht so ganz unbeteiligt am Bluff war).
Mausbär zuckt mit den Schultern. „Das ist größer, toller und überhaupt viel viel besser für meine Tatzen!“, sagt Mausbär und wedelt mit seinen Tatzen in Rockys Richtung.
Das Höhlenäffchen schüttelt tadelnd den Kopf. „Du brauchsssst überhaupt nich so`n Ipad. Dassss isss doch wieda nur Absocke!“
Mausbär schaut Rocky skeptisch an. „Ach, steckst Du wieder mit Papa unter einer Decke?“
Das Höhlenäffchen schüttelt erneut das Köpfchen. „Nee. Normalaweise niss. Aber tu mal überlegen. Mit so`nem Ding musssst du wieda bei Itunessss kaufen. Es geht doch nur um den Verkauf von Ebooksssss gehen tun. Du liesss doch eh nur Comicssss mit vielen Bildan!“
Mausbär schaut Rocky trotzig an. „Ja und? Dann lese ich meine Comics eben auf dem Ipad? Ist doch voll super, bunt und so!“
„Aber Mausssssbär – du weisssst sssson, dassss esss bei Itunes keine Piraten Comicsss geben tut?“, sagt Rocky.
Mir stockt der Atem. Ich denke da wächst und gedeiht gerade ein neuer Bluff.
„Wieso gibts da keine Piraten Comics? Erzähl mir jetzt bloß keinen Quatsch, daß die Spanische Armada dahintersteckt!“, empört sich der kleine Bär.
Rocky wiegt langsam das Köpfchen. „Nee, aber Apple isss ja voll gegen SsssoftwarePIRATERIE! Und Ebooks ssssinn`ja Software, ne?“
Dann dreht Mausbär den Kopf zu mir. „Okay, solange die meine Piraten Comics nicht haben, will ich auch kein Ipad! Bis dahin will ich aber einen Einkaufsgutschein von Langnese Honig und viele viele extra 5 Euros!“
Ich nicke. Es gibt Angebote, die sollte man eben nicht ausschlagen. Maubär nickt zufrieden und lässt sich vom Sofa runtergleiten, Lebemannstyle eben. Dann geht der kleine Bär zur Wii. Dance Dance Revolution Zeit.

Aus dem Augenwinkel heraus nehme ich ein Huschen wahr. Dann landet etwas auf meiner rechten Schulter. Rocky. „Du weisss, was dasss bedeutet? Allesss hat ssseinen Preiss…“, sagt Rocky und zwinkert mir verschwörerisch zu.
In diesem Moment stößt mich etwas gegen den Arm. Ich schaue runter. Es ist Happy.
Der Hypnotic Rabbit schaut mich an und sagt: „Und dasss nässste Mal… Kann issss Mausssbär hypnotisiaaan tun. Issss bin auch preissawerta, kostet nur eine handvoll Mörsssschen…..“

Wer wissen möchte, was das für ein dunkles Familiengeheimnis ist, sollte sich die Geschichte „Die spanische Armada“ auf der Compilation Ich und mein Iphone anhören und mehr erfahren!

The Mischn` -Part II-

Juli 3, 2010

Und da sind sie dann wieder – meine Kuschelbande ist zurück vom kleinen Spaziergang und hat sogar mal etwas mitgebracht. Mausbär hält ein originalverpacktes iPhone in den Tatzen.

„So, so , so… Ts ts ts ts.“

„Also Papa, esss´is niss so wie …  du denks…“, stottert Rocky.

„Nein, ich verstehe das schon. Ihr wart nicht draußen und ihr habt auch nicht ein nigelnagelneues iPhone geklaut. Es ist natürlich ganz anders.“, antworte ich.

„Super Papa, gut das du uns verstehst. Also es ist …“, beginnt Mausbär, wird dann aber von Rocky unterbrochen. „Das`nennt man Ironie, Mausssbär. Papa weisss was loss is!“. Mausbär schluckt hörbar.

Ich lehne mich gegen den Türrahmen der Badezimmer Tür. „Wo wart ihr?“

Happy, die sich bisher schön hinter Mausbär versteckt hatte, hoppelt hervor und deutet mit dem Köpfchen Richtung Haustüre, in Richtung Müllers.

Ich nicke, soweit so gut. Frau Müller hatte mir erzählt, daß sie ein iPhone für ihre Enkelin gekauft hatte. Meine kleine Diebesbande hatte es wohl gestern Abend beim „Gas Einsatz“ geshen und hatte wohl Gefallen daran gefunden.

„Dann sagt mir mal, was wollt ihr mit dem Iphone? Die Sache mit der spanischen Armada haben wir a schon angesprochen, nicht wahr Mausbär?“

Mausbär nimmt eine „coole“ Haltung ein und sagt in besonders lockerem Ton „Rocky hat ausgepackt und mich aufgeklärt.“
„Weißt Du, Papa, es passiert das man Angebote bekommt, die man nicht ausschlagen kann.“
Ich nicke, wie immer geht es bei meinem Äffchen nur um leckere Chiquitas.
„Bleibt immer noch die Frage, was ihr damit wollt?“
„Papa, wir wollten nur damit s´pielen…“, sagt Happy und lächelt mich besonders lieb an. Das Häschen kommt näher zu mir. „Schau mir tief in die Augen…“
Sekundenbruchteile denke ich an die Schlange Ka aus dem Dschungelbuch, dann kann ich mich aus dem Bann des Hypnotic Rabbits befreien.
„Spielen…. Das glaube ich nicht.“
„Och, es gibt da so eine App!“, sagt Mausbär auffällig beiläufig. Rocky säufzt laut.
„Was für eine App?“, frage ich.
Sekunden des Schweigens vergehen.
„Eine Software für unseren online Handel mit Antiquitäten.“, erklärt Rocky.
Ich muss nachdenken. Der Möbelhandlung fängt gerade an lukrativ zu werden. Rocky und Mausbär beobachten Ebay und andere Auktionshäuser und warten auf unterbewertete Antiquitäten in schlechtem Zustand. Haben sie etwas gefunden, schlagen sie zu und lassen es zu einem uralten Schreiner bringen, der die Möbel dann restauriert. Die fertigen Möbel werden dann zu einem „offline“ Auktionshaus transportiert, wo sie dann für einen deutlich höheren Preis den Besitzer wechseln. Das alles funktioniert reibungslos, aber es läuft über mich, meinen PC und meinen Internetanschluß.
„Ihr wolltet euch mit dieser App also von mir unabhängig machen?“
Happy hoppelt wieder zurück zu Mausbär.
„Nun ja Papa, es ist ja eigentlich UNSER Business…“, sagt Mausbär.
„Ja, es iss so Papa…. bei Amazon kann man jetz` ja auch Lebensmittel bestellen, die dann nach Hause gebracht werden.“
Ich nicke. Bei Menschen sind es Sex, Frauen, schnelle Autos. Bei meiner Kuschelbande Honig, Bananas und Möhren.
„Und ihr wolltet dann über Amazon eure Vorräte aufstocken, so so so.“
„Du musst zugeben, daß das ein cooler Plan wist!“, frohlockt Mausbär begeistert.
Ich schüttele den Kopf. „Ein ganz bescheuerter Plan.“
Das emotionale Klima sinkt deutlich.
„Ist das ein iPhone 4?“, frage ich.
Mausbär dreht den Karton planlos in seinen Tatzen herum. Es dauert etwas länger als es dauern sollte, dann nickt der Bär „Yupp! Eines von den ganz Neuen!“
Ich muß lächeln.
„Was is Papa?“, fragt Rocky mißtrauisch.
Ich zucke mit den Schultern. „Mausbär wird nicht viel Freude damit haben…“
Rocky wechselt einen Blick mit Mausbär.
„Wieso nicht? Die Spanier hören es nicht ab!“, ereifert sich der kleine Bär.
„Es hat mit der Größe deiner Tatzen zu tun, Mausbär. Es gibt ein Problem mit der im Gehäuse installierten Antenne. Man darf die nicht mit der Hand, oder Tatze, abdecken. Sonst hat man nur ganz schlechten Empfang und eventuell gar keine Internetverbindung.“
Die drei Diebe wechseln schnelle Blicke miteinander.
„Stimmt das wirklich, Papa?“, fragt Mausbär ungläubig.
Ich nicke. „100%, euer kleiner Diebeszug war vollkommen unnötig. Und jetzt seht zu, daß das iPhone zurück zu Müllers kommt. Soll sich deren Enkelin damit rumärgern!“
Die drei rühren sich nicht von der Stelle.
„Und wasss dann? Kriegen wir dann keine Strafe?“, fragt Happy.
Ich lächele, diesesmal bin ich der Clevere. „So würde ich das nicht nennen. Es gibt einen Ausgleich, keine Strafe.“
„Wie solln der aussehn?“, fragt Rocky mit einem extremst mißtrauischen Unterton.
Ich zucke mit den Achseln. „5% mehr von Eurem Gewinn und ausserdem…“, ich mache eine theatralische Pause.
„Ja?!?“, Mausbär wird wieder aggressiv.
„Ja, und außerdem ist da ja noch meine Steuererklärung… Die werdet IHR für mich machen.“
„Papa, dasss isss ne Strafe und kein Ausgleich wie Du es nenns`“.
Ich zucke erneut mit den Schultern. „Los jetzt, sonst nehme ich den Wlan Router mit zur Arbeit. Dann ist Schluß mit Business.“

Und wieder bewahrheitet sich die Weisheit, daß es „Angebote“ gibt, die man besser nicht ablehnt…

The Mischn` -Part I-

Juli 2, 2010

Rocky musterte Mausbär neugierig.

„Bist Du sissa?“, fragte das Höhlenäffchen.

Mausbär nickte ganz aufgeregt.

„Ich habe es gestern gesehen, als Papa euch rausgeholt hat.“

Happy begann nervös auf und ab zu springen.

„Hm…. dann müssn wir nochmal zu den Müllers!“

Alle drei Stofftiere fangen an zu kichern und beginnen fast gleichzeitig zur Tür zu rennen.

Mausbär legt sein Ohr an die Tür und lauscht. Im Treppenhaus ist nichts zu hören.

„Los,los , los!“, zischt Rocky.

Mausbär macht sich lang und streckt sich. Seine Tatze berührt die Klinke, aber er muß sich richtig lang machen. Schließlich zieht er die Klinke nach unten. Die Tür geht nach innen auf und die drei Freunde stehlen sich hinaus ins Treppenhaus, auf direktem Weg zu der Tür von Müllers.

„Papa wird toben, wenn wir Mist bauen tun!“, flüster Happy.eln?“

„Wir baun keinen Missst, nissst jetz`- nisst hia!“, raunt Rocky.

„Soll ich klingeln?“, fragt Mausbär.

„Mach ssson`“.

Mausbär reckt sich zur Klingel und drückt beherzt zu und hält den Knopf gedrückt. Rocky stößt Mausbär gegen sein Bein. „Iss`gut jetz!“

Mausbär will etwas entgegen, dann wird die Tür aber schon geöffnet.

Frau Müller steht in der Tür. Sie trägt einen blauen Arbeitskittel, eine dicke Brille und die Haare streng zu einem Zopf gebunden. „Ja bitte?“, leiert die alte Frau und starrt in die grobe Richtung in der Mausbär steht.  Sie scheint wirklich so gut wie nichts zu erkennen.

„Hallo alte Frau! Wir sind`s nochmal. Die Jungs vom Lagnese Gaswerk! Wir müssen nochmal an die Gasleitung!“ Mausbär verstellt seine Stimme das sie dunkler klingt, dennoch ist der joviale Unterton ganz deutlich zu hören.

„Hören sie mal, junger Mann! Ich verbitte mir eine solche Anrede! Geben sie mir sofort ihren Namen, ich werde mich bei ihrem Chef beschweren. Ihr Vorgesetzter weiß wie man sich zu benehmen hat.!“

Mausbär schluckt und überlegt, schaut zu Rocky.

„ich heiße Störtebecker!“, sagt Mausbär.

Rocky hält sich die Augen zu.

„Sie können sich auf was gefasst machen, Störtebecker! Und jetzt kümmern sie sich endlich um die Gasleitung!“, meckert die Alte und tritt beiseite.

Mausbär zwinkert Rocky zu und die Kuscheltiere gehen betont langsam an der Müllerin vorbei in die Wohnung. appy hat etwas Mühe mit Rocky und Mausbär schrittzuhalten. Rocky ist zuerst an der Tür zur Vorratskammer, springt flink an einem Apotherschrank hoch und macht einen Satz in Richtung der Klinke. Der Sprung ist perfekt getimed, Rocky bekommt die Klinke zu fassen, hält sich fest und drückt die Klinke durch sein Gewicht herunter.

Die Tür gleitet langsam auf, Rocky lässt die Klinke los und kommt geschickt wieder auf den Beinen zu stehen. Mausbär zieht die Tür ganz auf. Das Trio betritt die Kammer und hört Frau Müller rufen „Und essen sie diesesmal nicht soviel wie beim letzten Mal!“

Mausbär macht eine wegwerfende Bewegung über die Schulter, greift sich ein Glas Honig, dreht den Deckel ab, setzt es an und leert es in einem Zug.

„Hör mit dem Quatts auf, Mausbär. Wir haben eine Misschn. Und die lautet nisst: Fressen!“, sagt Happy.

Mausbär brummelt etwas von Grundbedürfnissen vor sich her und sieht sich in der Kammer um. Nach kurzem Suchen hat er gefunden, was er sucht.

„Rocky da oben auf dem Regal ist es!“, flötet Mausbär förmlich und zeigt mit seiner Tatze nach oben.

Rockys Kopf schwenkt in die Richtung in die Mausbär zeigt. Ein Lächeln macht sich auf Rockys Gesicht breit.

„Okay, Teamwork!“, ruft Rocky und beginn an dem Regal hochzuklettern. Mausbär beobachtet dabei das Höhlenäffchen und wird neidisch auf dessen Geschicklichkeit und Schnelligkeit.

Happy hoppelt vor das Regal, an dem das Äffchen gerade Regalbrett für Regalbrett erklimmt.

Rocky zieht sich auf das letzte Brett und macht eine Siegerpose  und ruft etwas in Mausbärs Richtung was sich nach „Ich bin der Größte“ anhört. Dann macht sich das Höhlenäffchen an die Arbeit und stemmt sich mit ganzer Kraft gegen den kleinen Pappkarton. Zuerst bewegt sich der Karton um keinen Zentimeter, dann gibt er langsam nach. Zentimeter für Zentimeter schiebt Rocky dn Karton über den Rand des Brettes. Dann endlich ist es soweit.

Der Karton kippt nach vorne, in die Tiefe und fällt. Der Karton fällt auf Happy, der Sturz wird abgefedert und Mausbär schnappt sich das Paket. Rocky steigt aus der luftigen Höhe herab, in dem er elegant von einem Brett auf der einen Seite auf das nächsttiefere Brett auf der anderen Seite herunterhüpft.

„Lasst uns verschwinden!“, flüstert Mausbär. Die drei rennen los, Richtung Tür. „Ciao, alte Hippe!“, ruft Rocky zum Abschied, bevor sie die Wohnung durch die nur angelehnte Tür verlassen.

In voller Geschwindigkeit durchquert das Trio den Flur und schlüpft wieder in die eigene Wohnung zurück. Mausbär lehnt sich mit dem Rücken gegen die Tür, die mit einem Klicken ins Schloß fällt.

Rocky starrt auf das Pake in Mausbärs Händen und mustert leidenschaftlich den angebissen Apfel, der als Logo darauf prankt.

„Wir haben ein iPhone, jubelt Mausbär!“

Happy sieht etwas derrangiert aus, schaut zuerst Rocky an und danach Mausbär. „Und wia haben ein Problem!“

„Was meinste?“, fragt Rocky und schaut in die Richtung, in die auch Happy schaut. Der Blick des Höhlenäffchens fällt auf einen schwarzen Rucksack im Flur.

„Papa ist schon wieder zurück!“, raunt Rocky leise.

-To be continued-

Ein neues Idol

Juni 16, 2010

Als ich heute von der Arbeit nach Hause kam, erlebte ich eine kleine Überraschung. Rocky saß in seinem Mini Strandkorb und schwenkte eine kleine selbstgebastelte Fahne.

Auf der Fahne war das Konterfeit eines etwas älteren Herren im Anzug  und mir randloser Brille zu sehen. Irgendwie kam mir das Gesicht bekannt vor, aber mir wollte der Name nicht einfallen.

„Papa, kenns Du` Hans-Olaf Henkel?“, fragt Rocky aufgeregt.

Ich nicke. Henkel, genau das war der Name.

„Ja, der ist ja auch öfters im Fernsehen unterwegs!“

Rocky nickt begeistert. „Iss habe heute ein Interview mit ihm im Radio gehört! Der iss`voll cool!“

Ich ziehe eine Augenbraue hoch. „Was hat er denn gesagt?“

„Das es der Politik an Mut fehlt. Und dasss Ssssteuererhöhungen nichts mit Ssssparen zu tun haben!“

Mein Höhkenäffchen macht sich also scheinbar viele Gedanken über Deutschland.

„Da hat er recht, Rocky! Vor allem das mit dem Mut stimmt ja auch. Schau Dir mal all die Saft und kraftlosen Politiker an! “

„Risstig. Henkel sprach auch von dem Brüderle. Den findet er halbwegs gut, abba die Rest-FDP findet er sehr schwach.“

Ich nicke. Die Entscheidung zu dem Nein für Staatsbürgschaften wegen Opel fand ich auch gut.

„Er sssagte auch dass die Bevöllkerung diese Entseidung ssehrwohl nachvollziehen kann.“

Ich zucke mit den Achseln.

„Der Henkel ist echt cool, Papa! Von dem könnsste Dir was abssneiden!“

Ich ziehe eine Grimasse.

„Pass auf, wer macht dir deine gedünsteten Bananaen? Hans-Olaf Henkel?“

„Nee, Mama. Genau wie meine Honigkekse!“, schaltet sich Mausbär ein, der bisher nebenan DanceDance Revolution gespielt hatte.

„Richtig, Kinder. Aber ich kann dafür sorgen, daß ihr heute hungrig schlafen geht!“

Das hat gesessen. „Naja, Papa … Du bist auch toll, aber irgendwie anders!“, versucht mausbär sein Abendessen zu retten.

Rocky schmeißt sein Fähnchen weg. „Komm ssson, Papa! Dass war niss`böse gemeint.“

Ich nicke beschwichtigend und fange an im Internet zu surfen. Dabei stoße ich auf einen Artikel, indem Hans-Olaf Henkel schreibt, daß er für die Wiedereinführung der DM ist und das der Euro Deutschland einige Nachteile beschert hat. Weiter übernimmt er in dem Artikel aber sogar ein Stück Verantwortung, da er damals selbst ein glühender Verfechter des Euro gewesen sei ()

„Rocky, ich glaube der Herr Henkel ist war alles andere als sympathisch, aber er scheint echt cool zu sein!“

Wir spielen Demokratie!

Juni 10, 2010

„Papa! Wie funktioniert Demokratie?“

Ich schaue Mausbär interessiert an. Der Junge ist in letzter Zeit verdächtig viel an Politik interessiert.

„Okay, dann spielen wir das jetzt mal durch!“ Ich schaue die ganze Kuschelbande an. Alle sind im Wohnzimmer verteilt.

„1.Regel: Jeder kann eine Partei gründen!“

Wie elektrisiert hüpfen die Kinder herum und tuscheln. Alle wollen eine Partei gründen. Ich nicke.

„2.Regel:Es gilt das Mehrheitswahlrecht. Das heißt: Die Partei mit den meisten Stimmen gewinnt. Daraus folgert weiter: Nur Parteien die bekannt sind, im Brennpunkt der Medien stehen, können die Wahl gewinnen. Sonst wird niemand auf sie aufmerksam.“

Die Kinder nicken, bei einigen kommen die ersten Bedenken. Ich schalte das Licht aus. Protestschreie werden laut.

„Ey, Papa lisst an!“, sagt Rocky. „Papa!!! Ich seh meine Tatzen nicht mehr!“, schreit Mausbär.

Ich knipse meine kleine Taschenlampe an und leuchte Rocky an.

„Ich spiele jetzt die Medien. Nur die Parteien die ich anleuchte, aus der Masse hervorhebe und denen ich meine Aufmerksamkeit gebe, die könnt ihr wählen. Alle anderen kennt ihr gar nicht!“

Nach Rocky leuchte ich Theresa an. Wieder Protestschreie. Alle wollen in den Medien präsent sein.

„Tja Kinder, nicht jedem sind die Medien wohlgesonnen!“ Dann schalte ich das Licht wieder an.

„Papa! Ich will regieren! Ich bin aber nicht in den Medien!“ Mausbär ist ziemlich sauer. Das nutzt ihm aber nichts.

„Tja Kinder. Ihr habt jetzt die Wahl zwischen Theresa und Rocky!“

Mausbär ist prattig.

„Wahlberechtigt sind jetzt: Mausbär, Rocky, Happy und Theresa! Jeder hat eine Stimme. Damit es schneller geht, machen wir eine öffentliche Wahl. Jeder sagt einfach,wen er wählen will!“

Die erwarteten Proteste bleiben aus. Die Kinder können zwar schreiben,aber das würde zu lange dauern. Theresa malt immer kunstvolle Symbole, Mausbär hat Probleme mit den Stiften weil seine Pfoten zu groß sind, Rocky hat Probleme weil seine Hände zu klein sind usw. usw.

„Iss wähle Rocky!“, sagt Happy, dann ist Rocky an der Reihe. „Papa kann is misss sselbsst wählen?“

Ich nicke. „Selbstverständlich!“

„Gut, dann wähle isss miss sselbst.“

„Ich wähle natürlich Theresa! Ich will auf keinen Fall das Rocky an der Macht ist!“, sagt Mausbär.

Theresa lächelt und sagt „Ich stimme für mich!“

Rocky schaltet am Schnellsten. „Es ssteht Unentsieden!“

Ich nicke. „Keiner von Euch hat die Mehrheit!“

„Und jetzt, Papa?“, fragt Theresa.

Ich lächele. „Große Koalition!“

Mausbär zetert los: „Nein, nein, nein! Ich will nicht das mich ein Höhlenäffchen regiert!!“

Ich zucke mit den Schultern. „Tja, fragt mal die Leute in NRW, was die wollten….“

iKonsumsklave

Juni 8, 2010

Der Mann steht auf der Bühne und trägt einen schwarzen Rollkragenshirt, ausgebeulte Jeans, Turnschuhe un Treitagebart.

„Ob der Mann Hunger hat?“, fragt Mausbär.

Ich schaue ihn überrascht an. „Weißt Du wer das ist?“, frage ich ihn.

„Nö, irgendsoein Saturn Verkäufer?“

„Mausbär, das ist Steve Jobs!“

„Ist mir egal. Scheint ja nicht genug Geld für Honig, oder was er auch sonst so gerne ißt, zu haben. Schau Dir das mal an, der hat ja nix auf den Rippen!“

Ich schüttele den Kopf. „Jobs is Mitbegründer und Chef von Apple. Sein Vermögen wird auf 5,6 Milliarden Dollar geschätzt.“

„Und warum kauft er sich dann nix Vernünftiges zum Anziehen, oder zu essen?“

„Der Mann war oder ist krank. Da kann er soviel essen wie er will.“

Mausbär zuckt mit den Achseln. „Trotzdem muß der doch nicht so schlampig rumlaufen?“

Ich mache eine wegwerfende Handbewegung über meine Schulter. „Scheinbar kann er sich das leisten.“

Mausbär brummelt etwas vor sich hin was ich nicht verstehe.

„Apple … das ist doch diese Firma wo alle die Telefone und so von haben wollen?“

Ich nicke.

„Letzte Woche oder so kam das doch sogar in der Tagesschau. Da neue iPad. So ein Tablett Ding, ohne USB, mit schwachem Prozessor und ordentlich Folgekosten durch den Onlinestore von Apple.“

Ich bin überrascht, mein Bär scheint sich wirklich informiert zu haben.

„Das stimmt genau. Unzählige Leute sind sogar sehr früh aufgestanden, um so ein Ipad als erste zu bekommen und ..“.

„Warum machen Menschen das? Ich meine, es geht um so ein olles Ding?“

Ich überlege. Jeder mit dem ich so zu tun habe hat entweder ein iPhone oder will eins haben. Genauso sieht es mit dem Ipad aus. Sogar Menschen die überhaupt nicht ins Internet gehen oder unterwegs Musik hören wollen, kaufen sich ein Iphone.

„Weil Steve Jobs es ihnen verkauft hat …“, sage ich.

„Als ist er eigentlich doch nichts anderes als ein Verkäufer?“, brummelt Mausbär.

Ich nicke. „Vielleicht der Beste der Welt. Er hat den Menschen die Illusion verkauft, dass sie Apple Produkte brauchen, damit sie sich lebendig, trendy oder wertvoll fühlen können.“

In diesem Moment lässt sich Rocky von der Lehne auf das Sofa  plumpsen.“Also wenn man`s genau nimmt, verkauft der nie was Neuess,oder?“

Ich nicke.

„Is hätte da so ne Idee für ein Neues Apple Produkt!“

Ich schaue Rocky gespannt an.

Er greift hinter sich und holt etwas hinter seinem Rücken hervor. Es ist eine Bananae.

„Eine Bananae?“, krächzt Mausbär.

„Nein, Mausssbär. Es is` die iBanana!“

Mausbär schweigt. Ich lache und kraule Mausbärs Bauch.

„Und bald stehen wieder Menssen in Deutssland für Bananen Slange. Dieses mal für iBanana. ibanana von Apple. Nur 100 Euro das Stück`!“

Ich muß gestehen, daß ich diese Geschäftsidee für total bescheuert halte, aber daß sie wahrscheinlich funktionieren würde….

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