Was haben Jürgen Trittin (Grüne) und Peer Steibrück (SPD) gemeinsam? Richtig, beide sind Spitzenkandidaten der jeweiligen Partei.

Aber gleichzeitig gibt es eine weitere Parallele. Beide Politiker waren bei Treffen der „Bilderberger“ eingeladen – jener sagenumwogenen Organisation, für die sich vor allem Verschwörungsfreaks interessieren.

Die Nominierung in die Spitzenpositionen hat natürlich bei beiden Politikern absolut nichts mit Ihrem Enagement für die Bilderberger zu tun. Beide Politiker sind ausschließlich dem deutschen Volk verpflichtet…

Ausserdem soll keinesfalls der Eindruck entstehen, daß es völlig gleich ist, welche Partei man wählt – da schließlich die selbe Institution hinter unterschiedlichen Etiketten verborgen wird. Demokratie ist toll!

Stefan Hensch

Stefan Hensch

Äffolution

Juli 6, 2010

Letzte Nacht konnte ich nicht schlafen. Irgendwie war ich von den Temperaturen genervt, mitten in der Nacht fing ein doofer Vogel an zu zwitschern und ich wollte nicht schlafen. Das Wochenende ist vorbei und ich mochte die Nacht von Sonntag auf Montag noch nie gut leiden.
Irgendwann war ich es dann leid und bin aufgestanden, um in die Küche zu gehen. Die Leuchtziffern der Mikrowelle zeigten 04:20 Uhr. Ich war überhaupt nicht mehr müde. Um mich etwas abzulenken, mache ich den Kühlschrank auf und gieße mir ein Glas Milch ein.
Dann höre ich das leise, platschende Geräusch von nackten Füßen auf Kachelboden. Ich drehe mich um und sehe ein kleines, braunes Fellknäuel auf mich zu rennen. Es ist Rocky.
„Man, is`kann niss slafen, Papa!“, knurrt Rocky.
„Ich auch nicht, Rocky.“
„Machst du mir eine Bananamilch?“
Ich nicke und mixe Rocky`s Lieblingsdrink aus Bananensirup und Milch. Dann trage ich mein Glas und die Espressotasse zum Küchentisch, lasse mich dann auf einen der Küchenstühle fallen. Rocky klettert in Windeseile an einem anderen der Stühle hoch und springt auf die Tischplatte.
Das Mondlicht fällt durch die Ritzen der Jalousien und taucht die Küche in ein silbernes, fahles Licht.
Das Höhlenäffchen stemmt die Espressotasse mit beiden Ärmchen in die Höhe und nimmt einen großen Schluck Bananamilch.
„Sag mal Papa, wir haben ja ssson mal über Jogi Löw und seine Frisur gesprochen.“
Ich erinnere mich .

„Dass is nur die Spitze des Eisssbergs.“

Ich schaue das Höhlenäffchen neugierig an. Rocky sitzt hinter seiner Espressotasse auf dem Tisch und leckt sich gedankenverloren über die Lippen.

„Was meinst Du damit, Rocky?“

Rocky grinst ein listiges Lächeln. Sekunden verstreichen, ehe Rocky antwortet.

„Es begann sssson vor langer, langer Zeit!“, sagt Rocky.

Ich schaue Rocky nur an und warte.

„Was weiß` Du von der Evolution?“

Ich zucke mit den Schultern.

„Also nur das Übliche. Z.B. das der Mensch vom Affen abstammt.“

Rocky nickt betont langsam. „Genau das mein iss`. Das sollt ihr glauben. Denn es gibt da etwas, was Du wissen könntes`, sonst aber keiner.“

Ich bin zugegeben etwas irritiert.

„Der Menns iss niss die Krone der Sssöpfung. Das ssind wia. Die Höhlenäffchens!“

Ich runzele die Stirn und muß schmunzeln. Stofftiere sollen die Krone der Schöpfung sein, ah ja.

„Ihr kennt noch nichtmal den risstigen Begriff. Es heissst nisst Evolution, sondern Äffolution.“

Ich nicke um zu signalisieren, daß ich zuhöre. Rocky interpretiert das richtig und fährt fort.

„Alles, wirklich alles was irgendwie wisstig ist, wird von uns Äffchens kontrolliert. Wir sind gerissener, cleverer und intelligenter alsss jeder eurer Genies. Wir beherrssen die Welt!“

Ich muss an die Sache mit Jogi Löw denken. So verrückt es sich anhört, in diesem Fall könnte da tatsächlich etwas dran sein.

„Kannst Du das irgendwie beweisen, was Du da sagst?“

Rocky lacht ein fast schon BITTERböses Lachen.

„Natürliss!“

Ich bin gespannt! Rocky geht zur Obstschale auf dem Tisch und zieht eine Banane hervor. Dann beginnt er ganz vorsichtig die äußerste Schicht der Schale abzufrimmeln. Das Höhlenäffchen bemerkt meinen Blick, blickt kurz von seiner Arbeit auf und sagt: „Probier gar nicht es nachzumachen. Höhlenäffchens brauchen dazu mehrere Jahre um es zu lernen.“

Dann hat das Äffchen es geschafft und hat eine hauchdünne, gelbe, weitestgehend transparente  Folie in den Händen, die mich irgendwie an Pauspapier erinnert.

„Du has` doch einen 1-Dollar Schein, oder?“

Ich nicke und greife zum Küchenschrank rüber, wo meine Geldbörse liegt. Ich habe seit Jahren eine 1-Dollar-Note darin. Nach kurzem suchen krame ich sie hervor.
„Und jetzt?“, frage ich Rocky und halte sie dem Äffchen hin.
„Nee, Papa. Du machst das. Dann wirkt das besser.“, spricht das Äffchen und reicht mir die hauchdünne, gelblich transparente Schale.
„Schau Dir George Washingston genau an, Papa.“
Ich nicke.
„Okay, jetzt knipps mal eine Lampe an und halt`die Schale drüber.“
Ich mache eine kleine Lampe unter der Spüle an und sehe George Washingstons Konterfeit. Dann halte ich die Schale darüber. Plötzlich schlägt mein Herz wie wild. Das kann nicht sein.
Rocky sieht wie meine Gesichtszüge entgleisen und beginnt zu kichern.
„Doch Papa, esss`is so….“
Wieder halte ich die Schale über Georgieboy. Das Gesicht des Präsidenten verwandelt sich vor meinen Augen in das Gesicht eines betagten Höhlenäffchens, mit weißer Lockenpracht.
Ich lasse mich wieder auf den Küchenstuhl sinken. Das muß ein Taschenspielertrick sein, daß sage ich auch Rocky.
Doch das Äffchen lacht nur.
„Papa kennst Du den Film „Matrix“„?“
Ich nicke.
„Die Matrix„ist real. Nur gibt es keine Masssinen, sondern Äffchens.“ Rocky macht eine Pause und nimmt noch einen Schluck Bananenmilch.
„Ich bin sozusagen das weiße Kaninssen, dem Du folgen musst!“, kichert Rocky.

%d Bloggern gefällt das: