Ich liege auf dem Sofa und mir ist irgendwie langweilig. Im Radio läuft das aktuelle Lied von Lady Gaga, daß mich maßlos nervt. Aus Müdigkeit bleibe ich aber liegen und leide weiter unter „Alejandro“.
Währed ich da also liege, fällt mir auf das Mausbär verschwunden ist. Ich war kurz eingenickt und seitdem ist der Bär verschwunden.
Ich lausche. Nichts ist zu hören. Seltsam. Kein Pfotentapsen, kein Schmatzen, keine Musik und kein Gekichere. Ob der Junge wieder auf Beutezug bei den Müllers ist?
„Mausbär?“, rufe ich.
Teresa legt den Bleistift beiseite, mit dem sie bis gerade Sudokus gelöst hatte und schaut mich an.
„Ich glaube, er hat eine Jobidee – nachdem das gestern wieder nicht mit Lotto geklappt hat.“
Dann antwortet auch Mausbär. „Ich kommeeeeeeeeeeee!“
Dann erscheint der Bär auch schon in der Wohnzimmertür. Ich brauche etwas Zeit um den Eindruck zu verkraften.
Aus der Bastelpappe meiner Frau hat sich Mausbär eine Art weißgoldenen Hut gebastelt, der nach oben hin spitz zuläuft. Dann hat er mein ältestes Sweatshirt übergezogen, daß an ihm herunterhängt, es ist weiß. Darüber trägt er ein enges, rotes Muskelshirt. Ich frage mich gerade wo er das wohl her hat, da sehe ich, daß er sowohl auf Hut und Muskelshirt ein goldenes Kreuz gemalt hat. In der rechten Hand hält er einen Besenstiel, an dessen Ende er mit Alufolie eine spiralförmige Endung angebracht hat. Der Besenstiel erinnert mich an etwas, dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen.
Mausbär hat sich ein Bischofs Outfit zugelegt.
„Na, Papa! Wie gefällt Dir meine neue Berufskleidung? Voll cool,oder?“
Ich nicke. Das Outfit ist ihm auffallend gut gelungen.
In diesem Moment kommt Happy an Mausbär vorbei ins Wohnzimmer gehoppelt.
„Isss hab`Mausi beim Bassssteln geholfen!“
Jetzt wird mir einiges klar. Der grobmotorische Bär wäre zu so schöner Bastelarbeit alleine nicht fähig gewesen.
„Okay, sieht gut aus. Aber was soll das?“, frage ich.
Mausbär kichert. „Ich hab`voll die gute Idee! Ich werde Bischof und mach den Job dann so ganz lässig. Und dann mache ich etwas zu viel Lebemannstyle und lasse mich rauswerfen. Ich könnte z.B. Dance Dance Revolution in Gottesdienste einbauen lassen. Nur wer eine Stage schafft, bekommt ne`Hostie!“
Ich muss lachen. Die Idee ist wirklich gut.
„Und dann, wenn sie mich rausgeschmissen habe, dann zahlt mir der deutsche Staat um die 8000 Euros Dotationen. Das sind viele 5 Euros, oder?“, erklärt Mausbär.
„Sonst verdient man als Mixer jdenfalls weniger!“, sagt Teresa und lächelt ihr rätselhaftes Lächeln.
„Iss hab` davon im Internet gehört. Diese Vereine bekommen im Jahr gute 460 Millionen. Was tun die damit eigentlich machen?“, sagt Rocky von seinem Strandkörbchen aus.
„Nun, verehrtes Höhlenäffchen … Sie erfüllen damit ihre Aufgabe. Sie beruhigen die Massen und erzählen ihnen, daß sie din diesem Leben schön brav sein müssen – sie wollen ja in den Himmel kommen. Das geht freilich nur, wenn sie dem Prinzip ora et labora folgen: arbeiten und beten. Für die 460 Millionen halten sich dann die Kirchen aus der Politik raus und sind das, was schon Karl Marx über sie gesagt hat: Opium für das Volk.“, sagt Teresa und schlummert genüsslich ein.
„Papa, dassss`iss voll clever!“, staunt Rocky.
Ein ohrenbetäubender Knall ertönt. Mausbär stampft mit dem Besenstiel auf das Parkett.
„Und was ist jetzt mit meiner Karriere? Wo kan ich mich als Bischhof bewerben?!?“

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Ein neues Idol

Juni 16, 2010

Als ich heute von der Arbeit nach Hause kam, erlebte ich eine kleine Überraschung. Rocky saß in seinem Mini Strandkorb und schwenkte eine kleine selbstgebastelte Fahne.

Auf der Fahne war das Konterfeit eines etwas älteren Herren im Anzug  und mir randloser Brille zu sehen. Irgendwie kam mir das Gesicht bekannt vor, aber mir wollte der Name nicht einfallen.

„Papa, kenns Du` Hans-Olaf Henkel?“, fragt Rocky aufgeregt.

Ich nicke. Henkel, genau das war der Name.

„Ja, der ist ja auch öfters im Fernsehen unterwegs!“

Rocky nickt begeistert. „Iss habe heute ein Interview mit ihm im Radio gehört! Der iss`voll cool!“

Ich ziehe eine Augenbraue hoch. „Was hat er denn gesagt?“

„Das es der Politik an Mut fehlt. Und dasss Ssssteuererhöhungen nichts mit Ssssparen zu tun haben!“

Mein Höhkenäffchen macht sich also scheinbar viele Gedanken über Deutschland.

„Da hat er recht, Rocky! Vor allem das mit dem Mut stimmt ja auch. Schau Dir mal all die Saft und kraftlosen Politiker an! “

„Risstig. Henkel sprach auch von dem Brüderle. Den findet er halbwegs gut, abba die Rest-FDP findet er sehr schwach.“

Ich nicke. Die Entscheidung zu dem Nein für Staatsbürgschaften wegen Opel fand ich auch gut.

„Er sssagte auch dass die Bevöllkerung diese Entseidung ssehrwohl nachvollziehen kann.“

Ich zucke mit den Achseln.

„Der Henkel ist echt cool, Papa! Von dem könnsste Dir was abssneiden!“

Ich ziehe eine Grimasse.

„Pass auf, wer macht dir deine gedünsteten Bananaen? Hans-Olaf Henkel?“

„Nee, Mama. Genau wie meine Honigkekse!“, schaltet sich Mausbär ein, der bisher nebenan DanceDance Revolution gespielt hatte.

„Richtig, Kinder. Aber ich kann dafür sorgen, daß ihr heute hungrig schlafen geht!“

Das hat gesessen. „Naja, Papa … Du bist auch toll, aber irgendwie anders!“, versucht mausbär sein Abendessen zu retten.

Rocky schmeißt sein Fähnchen weg. „Komm ssson, Papa! Dass war niss`böse gemeint.“

Ich nicke beschwichtigend und fange an im Internet zu surfen. Dabei stoße ich auf einen Artikel, indem Hans-Olaf Henkel schreibt, daß er für die Wiedereinführung der DM ist und das der Euro Deutschland einige Nachteile beschert hat. Weiter übernimmt er in dem Artikel aber sogar ein Stück Verantwortung, da er damals selbst ein glühender Verfechter des Euro gewesen sei ()

„Rocky, ich glaube der Herr Henkel ist war alles andere als sympathisch, aber er scheint echt cool zu sein!“

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