Barack Obama reloaded? Nee, Du kannst – uns mal!

April 5, 2011

Barack Obama, 44. Präsident der USA. Gestartet als strahlender Messias, mit dem fast schon magischen Mantra „Yes, we CAN!“. Ausserdem hatte er große Versprechen im Gepäck: Guantanamo schließen, Irak stabilisieren und Abzug, Afghanistan stabilisieren und Abzug, Gesundheitsreform für ein allgemeines Krankenversicherungssystem. Und das Beste: Es gab den Friedensnobelpreis als Vorschuss!
Heute hat Barack Obama bekanntgeben, dass er offiziell für eine 2. Amtszeit kandidieren will. Zeit für ein Resümee!

Teresa liegt auf ihrem Platz auf der Kopflehne des Sofas und schaut mich gelassen an, das Köpfchen auf ihren Pfoten abgelegt.
Im Fernsehen läuft das RTL-Nachtjournal. Gerade wird berichtet, daß Barack Obama für eine zweite Amtsperiode kandidieren will.
Teresa schütelt den Kopf und stößt ein leises „Tssss … “ aus.
Ich lächele das kultivierte Kätzchen an. „Eine Erfolgsbilanz hat er nicht gerade nachzuweisen, nicht wahr?“, sage ich.
Teresa nickt und sagt langsam: „Also Papa, ich sage das ja nicht gerne, aber Barack Obama ist für mich der meistüberschätzte Politiker der letzten 20 Jahre!“
Ich ziehe die Augenbrauen hoch. So drastisch ist Teresa normalerweise nicht.
„Schau mal Papa, Guantanamo läuft nach wie vor. Afghanistan ist genauso destabilisiert wie der Irak und die Streiträfte werden nicht auf absehbare Zeit abgezogen werden können. Außerdem ist die Gesundheitsreform mit Pauken und Trompeten gescheitert. Die Situation im mittleren Osten unverändert.“
Ich nickte und füge hinzu: „Und jetzt die unklare Rolle der USA im Einsatz der NATO in Libyen. Von Führungsanspruch kann da keine Rede mehr sein.“
Teresa nickt zustimmend.
„George W. Bush wurde von den Medien als Trottel verhöhnt. In meinen Augen muss Barack Obama, mit dem selben Maßstab gemessen, zumindest als Lügner gelten! An seinen Zielen gemessen, ist er jedenfalls der totale Versager“, sagt Teresa.
„Aber, er hat dazu beigetragen die Wirtschaftskrise zu meistern!“, sage ich beschwichtigend.
Teresa schaut mich einen Moment an. „Hat er das?“, flötet das Kätzchen dann geheimnisvoll.
Ich denke nach. So genau weiß ich das eigentlich nicht. Die Politiker haben irgendetwas getan – aber haben sie generell irgendetwas getan, was dir Krise beendet hat? Ich weiss es nicht und runzele die Stirn.
„Aber mir ist noch etwas durch Barack Obama klargeworden, Papa. Anscheinend ist es vollkommen egal, wer Präsident der USA ist. Die Grundzüge der US-Politik sind scheinbar immer gleich! Die unpopulären Entscheidungen werden dann mit der Unfähig- oder Unwilligkeit des entsprechenden Präsidenten begründet.“, schnurrt Teresa.
In diesem Moment wird im Fernsehen Barack Obama in Großaufnahme gezeigt. Zeitgleich öffnet sich eines von Mausbärs Augen. Der Junge liegt chillend in seinem Sessel. Der kleine Bär taxiert sekundenlang das Konterfeit des amerikanischen Präsidenten, dann schließt er das Auge wieder.
„Nee, du kannst – uns mal!“, murmelt Mausbär leise und schnarrcht Sekunden später wieder.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: