Streik bei der Bahn!

Februar 21, 2011

Alle Jahre wieder, meist dann wenn es schön kalt ist (damit die Kundschaft schön darunter leidet), rufen die Gewerkschaften der Bahnbeschäftigten zum Streik auf. Diesesmal ruft die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) zum Streik auf. Selbstverständlich geht es nur ums Geld. Sowieso schon überbezahlte, nimmersatte Bahnfahrer üben Druck aus – weil sie Druck ausüben können. Ohne Rücksicht auf ihre Kunden, die nicht zu ihren Arbeitsstellen kommen.
Wo genau gestreikt wird, wird nicht bekanntgeben – es würde „bundesweit“ und im Berufsverkehr gestreikt.
Wer so „gute“ Arbeit wie die Bahn leistet, sitzt eigentlich im Glashaus und sollte den Ball flachhalten.

„Wassss isss dasss eigentlisss für ein dyssssreguliertes „Untanehmen“?“, fragt Rocky während er auf den Fernseher schaut. Dort geht es um die jüngsten Streiks bei der Bahn.
Ich zucke mit den Schultern. „Das ist die Bahn. Früher ein staatliches Unternehmen mit Beamten, heute ein profitorientiertes Unternehmen mit Angestellte, die den Schuss nicht gehört haben.“, sage ich und esse mein Müsli. Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen bin ich nicht auf die Bahn angewiesen und auch nicht traurig darüber.
„Was verdient`n so ein Lokomotivführer?“, fragt Mausbär.
Teresa schnurrt behaglich und schaut Mausbär an. „Laut der Augsburger-Allgemeinen verdienen die im Schnitt rund 33000 Euro im Jahr und bekommen auch Weihnachtsgeld.“
In diesem Moment explodiert Rocky. „Wassss? Dasss kann ja nissst waa`sein, oder?“
Teresa nickt. „Doch, es ist wahr. Im Schnitt 2100,- und Weihnachtsgeld.“
Rocky schüttelt den Kopf. „Ssssämen die sisss nissst?“
„Ich sehe das ganz genauso. Die haben teilweise gerade mal nen Hauptschulabschulabschluss und machen halt eine dreijährige Ausbildung. Das nennt man wohl eine Vollkasko-mentalität.“, schnurrt Teresa.
„Sag mal Papa, wieviel verdienssst Du eigentlisss?“, fragt Rocky und schaut mich neugierig an.
„Unter den ominösen 1500,- netto, die von den Bahngewerkschaften immer wieder angesprochen werden. Und Weihnachtsgeld gibt es auch keines.“, erkläre ich.
Rocky verdreht die Augen und schüttelt den Kopf. „Und du hassssst die Ausssbildung auch noch teua selber bezahlt, wenn isss missss risstig erinnern tu!“
Ich nicke.
„Gannssss ehrlissss? Diese Nimmersatte sollte man rausssmeissen tun. In sssehn Jahren macht deren Arbeit ein Computa!“
„Es gibt aber auch nette Lokomotivführar!“ Seuselt der Hypnotic Rabbit vom Fusshocker her.
Mausbär legt den Kopf schräg und schaut Happy an. „Ich kenne nur Einen der nett ist – Lukas, der Lokomotivführer!“
„Risstisss!“, ruft Happy begeistert und freut sich.
Mausbär schaut mich nachdenklich an. „So Gewerkschaften sind cool, Papa! Warum gibt`s eigentlich keine Gewerkschaft für uns Kuscheltiere?“
Ich zucke mit den Schultern. „Gewerkschaften gibt es anscheinend nur da, wo einige Wenige Druck auf die Allgemeinheit ausüben können um ihre egoistischen Forderungen durchzusetzen.“
„Das war einmal anders, wenn man sich das neunzehnte Jahrhundert ansieht, Stichwort „Manchester Kapitalismus“. Damals wurden die Arbeiter von den Kapitalisten ausgebeutet und siechten dahin. Da waren Streiks richtig und gut.“, erklärt Teresa.
„Und heute streiken Ärzte, Lokführer, Piloten und die Müllabfuhr – allesamt priveligierte Oberchecker, die an den Hebeln sitzen um mehr Kohle rauszuhauen. Terroristen sozusagen!“, fasst Mausbär zusammen.
Ich grinse. Der Junge hat recht. Was würde wohl passieren, wenn morgen alle Altenpfleger streiken würde und ihre Patienten in ihren eigenen Exkrementen liegenlassen würden? Die ganze Nation würde aufschreien. Diese Menschen streiken nicht, weil sie über etwas verfügen das sich Verantwortungsbewusstsein nennt – obwohl sie kein 13. Monatsgehalt und keine 1500,- netto verdienen.
Sprichwörtlich tun aber die GDL und ihre Lokführer genau DAS: Sie lassen ihre Kunden im Stich, lassen sie hängen.

Stellt Euch vor, es gibt Züge – aber bald fährt niemand mehr Zug.
Dann müssen sich überbezahlte Lokführer einen neuen Job suchen. Vielleicht geraten einige von den Ex-GDL Leuten dann ins Gesundheitswesen und erinnern sich an die guten Zeiten, in denen sie noch Druck auf die Allgemeinheit ausüben konnten … und viel mehr Geld für viel weniger Arbeit verdienten. Man erntet was man säht!

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