Tischleindeckdich

Dezember 22, 2010

Na, was fällt Ihnen beim Stichwort Ludwig II. von Bayern ein? Richtig, der Märchenkönig. Viele Menschen erinnern sich vor allem wegen seiner Schlossbauleidenschaft an ihn.
Andere Menschen erinnern sich an den vielleicht etwas „entrückten“ Blick, den Ludwig auf vielen Portraits hat. Wie auch immer, irgendwo war Ludwig II. auch so eine Art „Lebemann“. Denn wer, außer einem echten Lebemann, käme vor über 100 Jahren auf die „verrückte“ Idee, sein Schloß mit einer Zentralheizung und einem Glasdach auszustatten?
Was liegt also näher, als das sich einmal der „Grandmaster of Lebemannstyle“ mit ihm beschäftigt?

Mausbär sitzt entspannt auf seinem Platz in unserem Urlaubsdomizil und ist vollkommen entspannt. Lebemannstyle eben, Gelassenheit pur.
„Ey Papa, kennst Du Tischleindeckdich?“, sagt Mausbär spontan aus dem Chilloutprozeß heraus. Natürlich kenne ich das Märchen der Brüder Grimm. Als ich das zu Mausbär sage, blickt er mich tadelnd an.
„Nicht die alte Story, Papa. Ich meine das geile Teil auf Schloss Herrenchiemsee!“, belehrt mich der kleine Bär von seinem Platz über der Eckbank aus.
Ich schüttele den Kopf.
„ALso Lou war der totale Oberchecker! Konnte gelassen in seinem Esszimmer sitzen. Plötzlich ging der Boden auf und ein gedeckter Tisch kommt von unten ins Zimmer gefahren.“
Ich überlege einen Moment. Wer ist jetzt wieder Lou? In Kombination mit Herrenchiemsee fällt mir dann aber ein, wen Mausbär meint – Ludwig II. von Bayern. Von dem besagten Tisch habe ich bisher aber nichts gehört. Also schmeiße ich meine Rechenmaschine an und suche nach dem Tisch, werde fündig.
Im Internetartikel steht, dass zwei gestandene Männer etwa 30 Minuten für den Transport des Tisches aus der Küche ins Esszimmer kurbeln mussten. Die Konstruktion muss für die damalige Zeit hypermodern gewesen sein. Ich bin beeindruckt.
„Bist Du froh, Papa?“, fragt mich Mausbär.
„Warum?“, frage ich zurück?
Mausbär macht eine knappe Bewegung mit seinem Kopf in Richtung Kühlschrank.
„Na – du musst nur zwei Schritte zum Schrank gehen, Türe auf, Glas greifen und mir bringen. Das braucht keine 30 Minuten! Geilo, oder?“, erklärt der kleine Bär.
Ich muss über die Dreistheit lachen.
„`Gibt da aber noch so eine Sache. Der Lou`hatte so geile Klamotten. Z.B. so einen voll coolen blauen Umhang. Der wär`doch auch was für mich, oder?“, meint Mausbär.
Ich nicke. Wahrscheinlich gibt es nur eine Möglichkeit, um die Konstruktion dieses Wahngebildes zu unterbrechen.
Ich stehe auf, gehe zum Schrank, öffne die Tür, greife das Honigglas und bringe es Mausbär. Hat keine 30 Minuten gedauert.
„Ey danke, Papa!“, sagt Mausbär und schraubt das Glas auf um es gleich herunterzuschlingen.
Dann setzt er es ab und schaut mich an.
„Ich will jetzt ja nicht penetrant sein, aber so`n geiler Umhang ist doch für mich drin, oder? Also so als Urlaubsgeschenk, oder so mein`ich?“
Und als wenn dieser Wunsch nicht utopisch genug wäre, schaltet sich plötzlich auch Rocky ein.
„Und isss will so`n korrekten Ssssreibtisss! Also für meine Börsengeschäfte und so!“
Und auch Happy hat einen Wunsch. „Und isss Papa, isss will so ein groooooosses, grosssssses Bett wie der Ludwig!“

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: