Die Kuschelbande und der Heilige Gral -14-

November 10, 2010

Gwynn ap Nudd hat erfahren, warum die Kuschelbande in sein Reich gekommen ist. Was wird der Herr der Unterwelt nun mit den Kindern machen? Wird er sie seinen Hunden zum Frass vorwerfen? Die Rückkehrmünze ist zu ihrem eigentlichem Eigentümer zurückgekehrt – wie werden sich die Kinder nun gegenüber dem Leprechaun verhalten, vorausgesetzt sie haben überhaupt eine Gelegenheit dazu und werden nicht von Hunden zerfetzt?

Das Bellen kam näher und näher. Mausbärs Fell stellte sich auf. Er hatte ja nicht generell ein Problem mit Hunden, also zumindest nicht mit allen Hunden, wenn auch mit fast allen. Und eines war sicher – mit diesen Hunden hatte Mausbär ein Problem.
Zwei große, muskulöse Schatten rannten blitzschnell durch die Grotte und setzten sich links und rechts vor Gwynn, ihren Herren.
Mausbär erinnerten die Hunde an den Wolf, den König Leonidas in der Anfangsszene von 300 bezwungen hatte.
Schwarzes, struppiges Fell. Lange, rasiermesserscharfe Zähne.
Was Mausbär am wenigsten gefiel, waren die gelblichen Augen mit ihrem starren Blick. Das waren Hunde, die er nicht mochte. Wenn der kleine Bär überlegte, mochte er bis auf Paula, den Hund der Eltern seines Ziehvaters, eigentlich überhaupt keine Hunde.
Gwynn ging in die Knie und tätschelte mit beiden Händen die Köpfe seiner treuen Hunde.
„Na, was machen wir jetzt mit der Kuschelbande? Wollt ihr zwei Mädels etwas mit Kuscheltieren spielen?“, fragte Gwynn an seine Hunde gewand.
Eines der Tiere schien dies vollkommen verstanden zu haben. Der Hund drehte den Kopf, starrte Mausbär an und fletschte die Zähne.
Normalerweise hätte der Lebemann jetzt einen passenden Spruch parat gehabt. Diesesmal beschränkt sich Mausbär darauf, seinen Kopf auf die Brust abzulegen und stur nach unten zu schauen. „Nur nicht panisch werden“, dachte sich Mausbär.
„Ich denke, unser Besuch war aufrichtig zu uns, dass sollten wir belohnen. Aber wir können ihnen unsere tollen Schuhe nun auch nicht überlassen – zumal sie dafür nicht das bekommen, was sie eigentlich wollen.. Was machen wir denn da?“, Gwynn kraulte gedankenversunken den Nacken von einem der großen Tiere.
Dann nickte Gwynn plötzlich und kramte in seiner Hosetasche herum. Der Herr der Unterwelt zog die Hand wieder hervor und streckte sie in Rockys Richtung. „Nimm das als Ersatz für die verschwundene Rückkehrmünze!“
Unter dem wachsamen Blick der Bestien streckte Rocky seine Hand aus, natürlich ganz vorsichtig und langsam.
Die Augen der Bestien vor Gwynn verengten sich zu Schlitzen, ansonsten blieben die Hunde aber halbwegs entspannt.
Das Höhlenäffchen untersuchte den Gegenstand in seiner Hand. Er sah aus wie der Schlüssel zu einem betagtem Schloss. Irgendwie war es aber die mittelalterliche Version eines Schlüssels und war definitiv nicht maschinell produziert worden. Dafür war der Schlüssel viel zu klobig und unsymmetrisch geformt.
Rocky blickte auf, um Gwynn etwas zu fragen.
Das Höhlenäffchen schüttelte verduzt den Kopf. Sowohl Gwynn ap Nudd, als auch seine struppigen Bestien waren plötzlich verschwunden.
„Was machen wir denn jetzt? Die Schuhe und so haben sich erledigt, dann können wir ja auch zurückgehen. Ich find`s nämlich voll uncool hier unten!“, meinte Mausbär.
Rocky nickte, „Issss denke Du hasssst ressst, Maussssbär. Was denkssss` Du Teresssa? Gibsss hier noch irgendwasss füa unsss zu tun?“
Teresa überlegte kurz und nickte dann. „Wir sind hier fertig. Ich denke, wir haben in doppelter Hinsicht versagt!“
Rocky übernahm die Führung der Gruppe, da das Höhlenäffchen hier unten eine Art Heimvorteil hatte. Teresa hatte vollkommen recht. Zuerst hatte sie MacDermot mit der Münze reingelegt und dann hatte er ihnen vorgemacht, im Besitz von Informationen zu sein, die er gar nicht besaß.
Schnaubend steckte Rocky den mittelalterlichen Schlüssel in seinen Miniaturrucksack. Wenn das Höhlenäffchen jetzt auch noch an die Kosten des Unternehmens dachte, dann war dies der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Wird fortgesetzt

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