Die Kuschelbande und der Heilige Gral -13-

November 7, 2010

Was will Gwynn ap Nudd? Führt er etwas Böses im Schilde, oder warum hat er die Kuschelbande „dahin wo die Möhren wachsen“ geführt? Und was ist eigentlich mit dem goldenen Paar Schuhe? Ausserdem wurde auch noch nicht geklärt, wer Bruce und Chuck sind und in wessen Diensten sie eigentlich stehen. Fragen über Fragen – ein Teufelskreis …

„Endlich habe ich hier unten Mal wieder Besuch! In den letzten paar Jahrhunderten ist es hier sehr still geworden – von den paar verstorbenen Neo-Druiden mal abgesehen!“, sagt Gwynn und schaut die Kinder milde an. Dabei umspielt allerdings auch ein anderer, herber, undefinierbarer Ausdruck seine Lippen.
„Naja, wir sind aus einem ganz bestimmten Grund hier …“, beginnt Teresa.
Gwynn nickt und ein Lächeln erscheint auf seinem Gesicht. Es wirkt auf seltsame Weise so, als würde Teresas Bemerkung den Herr der Unterwelt auf eine mysteriöse Art und Weise erleichtern.
„Ihr seid wegen den goldenen Schuhen da!“, sagt Gwynn mit absoluter Gewissheit.
Teresa nickt. Mausbär tippelt nervös vom einen auf den anderen Fuß.
Gwynn schaut Teresa mit seinen pechschwarzen Augen an. Das Kätzchen kann darin zeitlose Weisheit erkennen. Den Herrn der Unterwelt zu belügen hätte keinen Sinn gemacht – er hätte es durchschaut, da er ihren Besuchsgrund schon kannte. Deshalb hatte sich Teresa entschieden, lieber mit offenen Karten zu spielen.
„Wer schickt Euch?“, fragt Gwynn und schaut diesesmal Rocky an. Blitzschnell wägt das Höhlenäffchen die Optionen ab. Dann entscheidet sich Rocky.
„Wir hab`n nen Deal mit Lugi MacDermot. Ssssuhe füa Infos.“, sagt das Höhlenäffchen aufrichtig.
Gwynn schaut dem Höhlenäffchen sekundenlang tief in die Augen, fast bis zum Grund von Rockys Seele.
Dann nickt der Herr der Unterwelt erneut.
„Ihr seid ehrlich. Das ist gut.“, sagt Gwynn und verschränkt seine Arme vor der Brust.
„Weisst Du, wir suchen eigentlich den Heilgen Gral. Das ist voll so`n cooles Teil!“, platzt es aus Mausbär heraus.
Teresa verdreht die Augen. Das Kätzchen ist zwar für Offenheit, aber nicht unbedingt für die Zurschaustellung aller Motive. Nicht jeder musste immer alles wissen.
Gwynn lächelte. „Ja, Mausbär. Der Gral ist echt ein cooles Teil.“, dann lachte Gwynn ein von Herzen kommendes Lachen.
Mausbär schaute Gwynn verwirrt an.
„Und ihr glaubt, daß ein dahergelaufener Leprechaun den Aufenthaltsort des Heiligen Grals kennt?“, fragte Gwynn spötitisch.
Mausbär erstarrte. Das war sogar auch für ihn logisch. Wieso hatte Rocky das nicht bemerkt?
Rocky hob beschwichtigend die Hände. „Aaaalssso er hat mia glaubhaft versisssert, dasss er den Aufenthaltsssort kennen tut!“
Gwynn nickte. „Und als Pfand hat er Euch seine Rückkehrmünze gegeben?“, vergewisserte sich Gwynn.
Teresa nickte. „Rocky, zeig Gwynn bitte die Münze!“
Der Fluch des Höhlenäffchens gellte durch die kuppelförmige Grotte. Die Aufmerksamkeit der anderen Kinder heftete sich auf Rocky.
„Die Münnnssse isss`weg. Verdammt, isss musss sie hia unten verloren haben!“, sagt Rocky aufgelöst.
Gwynn zieht eine Augenbraue hoch. „Mein verehrtes Höhlenäffchen. Du hast sie nicht verloren. Es handelte sich um die Rückkehrmünze eines Kobolds!“
Diese Erkenntnis traf Rocky, dass mit allen Wassern gewaschene Höhlenäffchen, alias Mr. Wallstreet, wie der Blitz. Luigi MacDermot hatte sie also doch über den Tisch gezogen. Das war für Rocky fast, aber wirklich nur fast, so schlimm wie das Debakel mit dem Schiffs-Fond.
Gwynn lachte. Dieses Mal war es ein lautes, fast schon brutales Lachen.
„Der Leprechaun hat euch also gleich zweimal reingelegt. Einmal, indem er euch ein Pfand gab, daß keines war. Und ein zweites Mal wird er das tun, wenn ihr mit den goldenen Schuhen zurückkommen würdet. Er weiß nämlich rein gar nicht, wo sich das Objekt eurer Begierde befindet.“
In der Grotte entstand ein bedrückendes Schweigen. Teresa nahm eine beunruhigende Veränderung in Gwynns Augen wahr. Sie schienen plötzlich vor Wut zu leuchten.
„Dieser Leprechaun war wirklich clever. Er schickt euch in mein Reich, damit ihr ihm etwas besorgt, dass er sich nicht alleine besorgen kann. Was soll ich nun mit euch tun? Wenn man es genau nimmt, wolltet ihr mich ja bestehlen. Eigentlich müsste ich meine Hunde auf euch hetzen!“
Mausbär erstarrte, als das magische Wort fiel. Hunde. Mausbär hasste Hunde. Dann glaubte er etwas in der Ferne zu hören. War das etwa Hundegebell?

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