Die Kuschelbande und der Heilige Gral -10-

November 2, 2010

Die Kuschelbande ist auf dem Gipfel des Glastonbury Tor angekommen. Auf dem Gipfel fanden die Kinder einen verfallenen Brunnen vor der, laut Mausbärs Lieblingsbuch, in das Innere des Berges führen soll – direkt ins keltische Totenreich, dass von Gwynn ap Nudd beherrscht wird. Vollkommen überraschend übernahm der Hypnotic Rabbit die Fürung und sprang in den Brunnenschacht. Wird Happy den Sturz unbeschadet überstehen? Werden die Anderen dem weißen Kaninchen folgen? Führt der Brunnenschacht tatsächlich ins Reich der Toten?

Happy lächelte, als sie in den scheinbar bodenlosen Schacht hüpfte. Sofort wurde der Hypnotic Rabbit von der Dunkelheit eingehüllt und verschluckt.
Das Hüpfen war genauso Happys Geschäft wie die Hypnose. Aufgrund jahrelanger Hoppelei merkte Happy, dass sie nicht durch den Schacht stüzte, sondern schwebte.
Schon oben hatte Happy bemerkt, dass von dem Schacht merkwürdige Schwingungen ausgingen.
Happys Körper drehte sich im abwärtsschweben gerade um die eigene Achse, als das Kaninchen ein grünliches Leuchten wahrnahm.
Happy veränderte ihre Rotationsrichtung in dem sie ihr Gewicht verlagerte. Dann endlich sah sie, woher das grüne Licht stammte. Hier und da ragten Wurzeln aus der Schachtwand und gaben unregelmäßig Licht ab.
Die Farbe Grün erinnerte Happy immer an leckere, orangene …. Möhren. Mit ein paar grünen Blättern obendran. Happy leckte sich über die Lippen.
Das Kaninchen schwebte weiter nach unten. Der Schwebevorgang dauerte länger, als es das Kaninchen erwartet hatte.
Happy dachte schon, daß es wohlmöglich gar keinen Schachtboden gab und das Schweben unendlich andauern würde. Doch dann witterte Happy etwas. Gerade als der Hypnotic Rabbit wieder mit dem Kopf zuerst abwärts schwebte, sah sie eine Lichtquelle von unten auf sich zukommen.
Happy spähte in die Tiefe und bemerkte, dass sie sich der Leuchtquelle näherte. Es war ein sattes, grünes Leuchten.
Einige Meter tiefer lächelte Happy und erkannte, dass das Leuchten vom Boden des Brunnenschachtes stammte. Am Ende des Schachtes liefen unzählige Wurzelstränge zusammen und bildeten ein dichtes Netzwerk. Das Wurzelgeflecht gab das gleiche Licht ab, daß Happy auch an den Schachtwänden wahrgenommen hatte. Am Boden pulsierte das Licht aber auf eigenartige Weise.
„Wie dassss Sssslagen eines grossssen Herzenssss“, dachte Happy.
Kurz bevor der Hypnotic Rabbit am Boden des Schachts angekommen war, verlagerte Happy erneut das Gewicht und landete sanft auf allen Vieren.
Der Schwebevorgang wurde komfortabel von den überall am Boden verteilten Wurzeln abgefedert.
Happy fühlte sich irgendwie leichter als sonst.
Testweise machte Happy ein paar Hüpfer und hob dabei höher ab, als es das Kaninchen vorgehabt hatte.
Der Hypnotic Rabbit fühlte sich wie Neil Armstrong bei der Mondlandung, hoppeln unter günstigen Gravitationsbedingungen.
Etwas war jedoch anders als bei der Mondlandung – anders als der erste Mensch auf dem Mond war Happy nicht allein.
Happy landete gerade wieder von einem besonders hohen Testhoppler (mit Salto) und nahm die Gestalt direkt vor sich war.
Wie aus dem dem Boden gewachsen stand dort ein junger, schlanker Mann mit langen, schwarzen Haaren. Die Haare hingen ihm auf die muskulösen Schultern hinunter.
Erst nachdem Happy den muskulösen Oberkörper einer eindringlichen Musterung unterzogen hatte, bemerkte der Hypnotic Rabbit das Geweih, dass dem Jüngling aus beiden Schläfen herausragte.
Innerlich zuckte Happy mit den Schultern. Was störte das Häschen schon ein Geweih? Anders als andere Häschen hatte Happy ja auch rabenschwarze Augen. „People are different“, dachte Happy.
Happy lächelte. „Hallooo, sssöner Mann, hasss` du Mörrssschen?!“, flötete der Hypnotic Rabbit.
Der Jüngling schaute Happy aus ebenfalls vollkommen schwarzen Augen an und antwortete gelassen: „Hallo Happy!“

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