Die Kuschelbande und der Heilige Gral -4-

Oktober 25, 2010

Die Kinder sind tatsächlich in ihrem Paket in der Filliale von „Mr.Rockys“ Antiquitätenkette in Glastonbury angekommen und konnten sich bereits befreien. Was wird die Kuschelbande in Glastonbury entdecken?

Mausbär hatte den Absturz natürlich am entspanntesten überstanden, da er zu unterst lag und die Anderen als „Fell-Bags“ nutzen konnte.
„Mausssbär!!! Geh`runter von mir und ssaff den Karton beiseite!“, motzte Rocky, als Mausbär länger als nötig auf seiner bequemen Unterlage liegen blieb.
„Iss`ja gut. Du machst ja einen Streß!!“, maulte Mausbär. Dann richtete sich der kleine Bär geschickt auf und hob den Karton mit überraschender Leichtigkeit über seinen Kopf und warf ihn ein Stück zur Seite. Das Dance Dance Revolution Training hatte bei Mausbär gefruchtet.
Rocky schaute einen Moment lang voller Neugierde zum Computer auf dem Schreibtisch. Zu gerne hätte das Höhlenäffchen die Buchhaltung der Filliale überprüft. Rocky schüttelte den Kopf, dafür war jetzt keine Zeit.
„Allsssoo, issss hab im Netssss resssersssiert. Diese Nacht treff`n wir unssss mit einem Kontaktmann vor einem Pub. Der tut uns die Infosss geben, wo wir den Gral finden können.“, sagt Rocky.
Teresa sieht aus dem Fenster. Es beginnt bereits dunkel zu werden. Erkundungsmissionen können nur im Schutze der Dunkelheit gestartet werden.
Mausbär wühlt fieberhaft im Chaos, dass der umgestürzte Karton hinterlassen hat.
Im Wesentlichen besteht das Chaos aus Möhren, Babybananas, Mäusespeckpackungen und Honiggläsern.
„Irgendwo muss es doch sein….“, murmelt Mausbär und kramt herum.
„Was suchsssst du denn, Mausssi?“, fragt Happy und hoppelt neben Mausbär.
„Irgendwo ist ein kleines Glas Lindenblütenhonig!“, sagt Mausbär und versucht das Chaos mit seinen Blicken zu durchdringen. Happy hilft Mausbär bei der Suche nach dem Lieblingshonig und hält bei der Gelegenheit auch gleich Ausschau nach einer Möhre, die den Möhrntown Contest gewonnen hat.
Teresa schnurrt und schaut Rocky an. „Wer ist dieser Kontaktmann, geschätzter Rocky?“
„Dasss issss ein Experte. Er tut extra aus Irland anreisn. War gar nisss billisss!“, antwortet das Höhlenäffchen.
Teresa nickt und schaut nachdenklich in die Abenddämmerung hinaus.

*

Es ist kurz vor Mitternacht, als die Kuschelbande aufbricht. Das Ziel ist ein Pub mit dem wohlklingenden Namen The Chester.
Die Nacht hat ihren schützenden Mantel über Glastonbury ausgebreitet. Es ist kälter geworden.
Nebel wabert durch die Gassen und dämpft die Geräusche. Geradeso, als wenn jemand überall Watte verteilt hätte.
Den vier kleinen Gestalten ist es so ein Leichtes, ihren Weg vom Antiquitätengeschäft bis zum Pub zu bestreiten, denn es ist mitten in der Woche. Die Mehrzahl der Bürger Glastonburys liegt bereits in ihren Betten, um die Batterien für den nächsten Tag aufzuladen.
Zu Anfang nutzten die Vier jeden Baum und jedes Auto als Deckung um nicht gesehen zu werden.
Mittlerweile ist die Hemmschwelle besonders bei Mausbär jedoch drastisch angestiegen. Die Vorsicht ist jetzt der Freude an einer „Außenexpedition“ gewichen.
Fröhlich summend hüpft Mausbär die schmale Gase entlang und hat die drei Anderen bereits ein ganzes Stück hinter sich gelassen.
Da taucht ein Schatten am Ende der Gasse auf.
Teresa sieht ihn zuerst und erstarrt, dann sieht ihn auch Rocky und die Nachhut geht hinter einem Laternenmast in Deckung, während Mausbär weiter auf den Schatten zu „danced“.
Teresa lugt hervor und ruft, so leise es geht, nach Mausbär.
Der kleine Bär hat sein Summen jetzt sogar gesteigert, vollführt seinen Lieblingsmove „die einbeinige Pirouette“ und kommt genau vor einem grobschlächtigem Kerl mit Baseballmütze zum stehen.
Weißes Haar ragt dem Mann unter der Mütze hervor. Seine Nase hat eine rötlich, violette Farbe. Der Mund des Mannes steht offen und entblößt eine lückenhafte und gelbe Zahnreihe.
Er mustert Mausbär und eine Flasche Bier, die er bisher fürsorglich in der linken Hand gehalten hatte, fällt zu Boden, zersplittert.
„Wer zum Teufel bist`n du?!?“, lallt der Mann und starrt Mausbär aus weit aufgerissenen Augen an.
Hinter der Laterne schaut Rocky entschlossen zu Teresa. „Egal wasss passisern tut! Wir lassn keinen sssurück tun!“

Wird fortgesetzt

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