Sachgerecht

September 28, 2010

Angela Merkel nennt die Entscheidung zur Neuberechnung der Hartz-IV-Regelsätze „sachgerecht“. (Quelle: dradio.de) Die Frage darf sein, welcher „Sache“ diese Entscheidung „gerecht“ wird?
Bedenklich dabei ist, daß es sich bei der betreffenden „Sache“ um Menschen und nicht um materielle oder immaterielle Gegenstände handelt.
Weiter könnte man überlegen, was eigentlich genau Gerechtigkeit bedeutet. Hier weiß Wikipedia (hierbei besonders zitierte Quelle 1 beachten und mit der Realität vergleichen).
Ich wünsche mir in Zukunft einen sachgerechtern Umgang der Kanzlerin mit der deutschen Sprache. Gartenschläuche sollte man sachgerecht handhaben – beim Umgang mit Menschen sollte man hingegen andere Leitmotive das eigene Handeln bestimmen lassen.

„Wir müssn`sssauen, daß uns die unproduktivn Familienmitglieder nicht die Haare vom Kopf fressn tun. Aber wir dürfen sie dasss nisss merken lassen tun und ihre Besüüge ab und an erhöhen. Isss ssslaage eine Erhöhung von Happys wössentlissser Möhrenrasssion um 5 Einheiten vor!“, sagt Rocky und tippt wie besessen Zahlen in seinen kleinen Taschenrechner ein.

„Wieso müssen wir denn so auf den Cent schauen, Rocky? Wir haben doch Kohle ohne Ende! Die paar Möhren können doch gar nicht ins Gewicht fallen? Ist ja voll uncool!“, kritisiert Mausbär der, voll locker, auf dem Sofa am Chillen ist.
Rocky hält einen Moment inne und schaut dann Mausbär an.
„Naja, sssiehsst Du…meine neue Unternehmung macht Probleme….“, stottert Rocky.
„Hab` doch gleich gesagt das das ne doofe Idee ist. Eine Bank für Kuscheltiere. So ein Blödsinn. Voll viel Arbeit und absolut nicht Lebemannstyle!! Was für Probleme?!?“
Rocky macht eine wegwerfende Bewegung mit seiner Hand über die Schulter.
„Mausssbär, isss bin hia der Kapitalissst. Wieviele Kussseltiere tussst Du kennen?“, fragt das Höhlenäffchen.
Mausbär schüttelt den Kopf. „Esss sinn suviele um sie alle auzuzählen suu tun, ne?“, fragt Rocky.
Mausbär nickt. „Aber wo ist dann das Problem? Wenn deine Bank soviele Kunden hat, dann muss die doch laufen?“
Rocky wiegt sein Köpfchen. „Naja, ein Invessstment ist siefgegangen. Erinnerssst Du disss noch an die Bananafabrik in Ecuador?“
„Ja, daran erinnere ich mich. Luxus-Baby-Bananen. Du meintest vorher, daß man in Sachen investieren soll, die man selber kennt.“
Rocky nickt. „Abgebrannt!“
Mausbär erstarrt. „Na und? Is`doch voll egal. Ist doch versichert!“
Rocky zuckt mit den Schultern.
„Die scheiß Fabrik war nicht versichert?!?!?!?! Ist jetzt auch MEIN Geld weg? MEIN GELD, daß ich mir mühsam mit den Tanz-Dich-Frei Kursen ertanzt habe?“, schreit Mausbär jetzt und chillt so gar nicht mehr.
Rocky nickt wortlos.
Mausbärs Augen bleiben weiter auf Rocky gerichtet. Sekunden vergehen. Dann dreht Mausbär langsam den Kopf nach rechts. Dort hoppelt Happy fröhlich umher.
„Meinst Du nicht, daß eine Erhöhung um gleich 5 Möhren pro Woche eine unsachgemäß hohe Erhöhung sind? Ich mein`unsere Bank braucht ja dringend voll viel Kapital! Wenn die Pleite geht – dann verlieren ja sehr viele Anleger ihr Geld!“
Ein listiges Lächeln erscheint auf Rockys Gesicht und er beginnt zu nicken. „Rissstiss, hat doch mehr als genug Mörhn`!“

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Eine Antwort to “Sachgerecht”

  1. Es ist doch vollkommener Unsinn anzunehmen man koenne rechtlich nichts machen gegen Stuttgart-21, nur weil der Paul Kirchhoff das im Fernseher gesagt hat. Wo ein Wille ist ist auch ein Weg. Unter der ueberschrift „Gutachten gegen Gutachten“ stand gestern in der Stuttgarter Zeitung ein sehr interessanter Artikel. Der Rechtsprofessor Georg Hermes sieht die Rechtslage demnach ganz anders als Herr Paul Kirchhoff. Zitat Georg Hermes: „Es sei klar, dass das Eisenbahnrecht beim Bund liege, das Land trage aber erhebliche Kosten, damit sei es mit zustaendig.“ Professor Georg Hermes laesst auch nicht gelten, dass Vertraege ewig unkuendbar sein sollen. „Das verstoeßt gegen das Demokratieprinzip.“ Neue Parlamente haetten dann keine Moeglichkeiten, aus langfristigen Vertraegen herauszukommen, argumentierte Hermes. Auch den Einwand, gegen den Haushalt sei keine Volksabstimmung moeglich, laesst Hermes nicht gelten. „Dann waere eine Abstimmung ueber jedes Gesetz, das Geld kostet, ausgeschlossen.

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