Daniela Katzenberger

September 17, 2010

Daniela Katzenberger, from Zero to Hero. Von der ludwigshafener Kosmetikerin auf das D&W Cover, in die USA zu einem Modedesigner, schließlich die Verwandlung  zur mallorquinischen Kaffeehausbesitzerin und zum Sternchen am Musikhimmel. Der neue deutsche Star?

Ich liege auf dem Sofa und habe zu nichts Lust. Aus der Küche dringt der Ruf meiner besseen Hälfte: „Kannst Du mal nach meinem Notebook sehen?“

Meine Gesichtszüge entgleisen. Notebook, dröhnt es in meinem Kopf. Nein, nein, nein. Ich habe keine Lust nach dem verflixten Ding zu sehen. Es funktioniert seit dem ersten Tag nicht richtig. Und ich bin JETZT unpässlich, weil keine Lust.

Da kommt Happy vorbeigehoppelt und sagt „Sssei ssslau, ssstell Dissss dumm!“ und hoppelt auch schon weiter.

Der Spruch erinnert mich an Daniela Katzenberger, die Tussi aus den Vox Doku Soaps.

„Die nervt mich voll ab!“, kreischt Mausbär von seinem Sessel aus, den er liebevoll „meinen Stuhl“ nennt.

„Was macht sie denn?“, frage ich Mausbär und schiebe den Notebook ganz an den Rand meines bewussten Denkens, eigentlich darüber hinweg, in mein unbewusstes Nirvana.

„Sie hat diesen Spruch und das ganze Gehabe von dieser uncoolen Katzenberger kopiert und leiert das ständig runter. Und alles nur … nur wegen dem da.“, sagt Mausbär und deutet auf Rockys Strandkörbchen.

In diesem Moment erscheint das Höhlenäffchen auch schon im Wohnzimmer, sichtlich zufrieden.

„Esss is Zeit,  Papa. Isss informiere Disss jetz über mein neuestess Projekt.“

Mausbär nuschelt etwas davon, daß er genau das gemeint habe und lässt sich von seinem Stuhl plumpsen, dann trottet er langsam aus dem Wohnzimmer. Bewegt sich, ganz unlebemannmäßig.

„Also Papa, isss bringe Happy grossss raus!“, sagt Rocky und schaut mich mit funkelnden Augen an. Dort wo bei Dagobert Duck Dollarzeichen zu sehen sind, erscheinen bei Rocky goldgelbe Bananas.

„Und wie machst Du das?“, frage ich mein Höhlenäffchen.

„Na sssie isss ein hübsssesss Kaninsssen. Isss werde eine Doku-Soap produzieren und in einem ansonsten voll uncoolen Sendeplatz setzen.“

Ich nicke.

„Suerst geht es darum, daß Happy es aus dem Rheinland zum grööööösssten Sowwwww Kaninsssen in Lasss Vegassss saffen will.“, erklärt Rocky.

„Show Kaninchen?“, frage ich.

Rock tippt sich an den Kopf. „Na die, die so Sssauberer wie Siegfried und Roy aus dem Hut sssiehen tun.“

Ich sage Rocky, daß Siegfried und Roy eher out sind und sowieso eher mit Tigern arbeiten. Doch das scheint Rocky nur noch mehr zu motivieren.

„Eben. Dassss iss der Clou bissss jetssss sind Sssiggi und Roy out und tun auch nicht mit Kaninsssen aus dem Hut arbeiten!“

Ich nicke. Das erinnert mich gerade irgendwie an Pinky und den Brain. Egal.

„Und am Ende bekommt Happy ihr eigenessss, Möhrenbistro auf ner Insel. Viele, viele Folgen der Ssserie, viel rumgezicke und am Ende einen Ort, wo die Leute in essst hingehen können tun. Und dann mach isss voll den Hitsong mit ihr.“

Irgendwie scheint dieses Konzept sogar erflogversprechend zu sein.

„Isss produsier sooo viele Folgen, bisss die Leute Happy lieben tun!!!!“

In diesem Moment kommt Happy reingehoppelt und springt neben mir auf das Sofa.

Der Hypnotic Rabbit schaut mich an. „Und wenn das allessss nissss reisssst, sag ich der Kamera einfach: Ssaaauu mir tief in die Augen. Gaaaaanz tief. Noch tiefer. Gut. Ihr sssaut jetzt alle wie bessseuert meine Sssoap und kauft Mersssandise und Möhrn`bei mir. Und ihr tut mich lieben tun!“

Ich lehne mich zurück. Das ganze nimmt irgendwie bedrohliche Ausmaße an.  Ich sehe Millionen von Menschen hypnotisiert vor den Fernsehen sitzen. In den Fernsehern laufen 24 Stunden am Stück Folgen der Happy-Soap.  Während der  zahlreichen Werbepausen wählen sich die Zuschauer dann die Finger bei sinnlosen Telefonvotings wund.

Happy wird in Großaufnahme gezeigt. Ihre schwarzen Augen sind durchdringend. Dann fragt sie:

„Wassss essse isss am liebsssten? A: Möhrsssen oder B: Benzinkanister?“

Darunter wird eine kostenpflichtige Nummer eingeblendet, die für günstige 5 Euros pro Anruf zu haben ist.

In diesem Moment hallt ein jetzt deutlich ungeduldigeres Rufen aus der Küche: „Läuft der Notebook?“

Ich überlege und befolge dann Happy`s Rat indem ich „Was für ein Notebook, Schatz?“ rufe.

Ich lausche angestrengt. Dann scheppert es in der Küche. Ganz in der Ferne, es muss aus dem Schlafzimmer sein, höre ich ein Geräusch. So wie ein leises „Hi Hi Hi….“, gefolgt von etwas, das sich wie  „Lebemannstyle!“ anhört.

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