Werbung? Wir?!

August 29, 2010

In der letzten Woche haben die Kinder (mal wieder) zuviel Fernsehen gesehen. Dabei sind sie wohl meist bei den privaten Fernsehsendern hängen geblieben und haben entsprechend viel Werbung gesehen.
Jetzt spuken in ihren Köpfen Ideen herum, wie auch sie Werbung machen könnten.
Mausbär hat an der Versicherungswerbung mit diesem nervigen Typen einen Narren gefressen.
„Also dieser Typ da, mit seinem könnt ihr nicht mal aufhören mich zu verunsichern Gelabere, das is? ja definitiv kein Lebemann. Das ist voll der Softi. Ich könnte das viel viel besser. Ich in Großaufnehmae, voll locker mit einem Glas Honigwein am chillen. Dann erklär ich den Leuten, daß es voll uncool ist, wenn man sich nicht richtig versichert. Als wenn die Menschen so blöd wären und diesen Faker nicht erkennen!“

Stimmt schon, was der Junge da sagt. Mir geht diese Werbung jedenfalls genauso auf den Zeiger wie dieser Schokoriegel Fritze, der von dem Besuch bei seinen Schwiegereltern erzählt.

Rocky möchte, natürlich, für Bananen Werbung machen. Er sieht sich in einem „kobaldblauen“ Glanzanzug, mit goldgelben Applikationen und bananagelben Helm auf einem Motorrad, wie er über ein ca. 100m langes Hindernis aus querliegenden Bananas springt. „Ivil Knivel Style“, sagt er. Doch dann stutzt er.
„Dasss geht ja gar nisss`. Dann is das kein Geheimnisss mehr, dasss es Höhlenäffchens geben tut.“
Das Höhlenäffchn überlegt. „Aber isss könnte einen Spppot aus dem OFF kommentieren tun. Dassss wäre doch wasss.“

Besonders kreativ war aber Happy. Die würde gerne für eine spezielle Marke werben, die ich hier sogar mal nennen werde (ohne dafür auch nur 1 x 5 Euros zu bekommen). Sie würde gerne für Hipp Werbung machen.
„Isssss werde dann zu Happy Hipp. Eine rissstige Werbeikone!“
Ich sage dem süßen Kaninchen nicht, daß es schon lange eine Serie aus dem Ü-ei gibt, die sich ähnlich anhört.
„Papa, isss hoppele dann quer dursss dasss Bild und knabbere Möhrsssen. Mein Jobb issss es, den Leuten zu zeigen, daß man Mörrsen nicht nur als Kind aus dem Hipp Gläschen essen kann. Denn wer hat heute das Geld?“
Ich schüttele den Kopf. Den Gedankengang verstehe ich nicht.
„Die ALTEN Leute, Papa. Niss junge Leute mit Kindan! Und die haben keine Sähne mehr. Für die isss der Brei auch tollll! Und isss, isss bin Werbeträga!!!“

Dann höre ich das charakteristsiche Schnurren an meinem linken Ohr. „Das sind alles Gute Ideen, Papa. Aber ich hätte da so eine ganz andere Idee.“ Flüstert mir Teresa ins Ohr.
„Wir machen eine Werbefirma auf und ich … ich werde Creative Directorin. Zu uns kommen die Leute dann, wenn sie echt tolle Werbung wollen. Werbung, die sich von allen anderen, langweiligen Spots unterscheidet.“
Ich nicke und male mir das vor dem inneren Auge aus.
„Unsere Spots bestehen dann aus einem coolen Bären, einem Kaninchen das die Zielgruppe zur Not auch mittels Hypnose zum Kauf zwingen kann und einem Phantom, daß sehr klein ist und einen eigentümlichen Akzent hat.“

Ich nicke. So in etwa hatte ich mir das vorgestellt. Happy kommt zu mir gehoppelt und stößt mich mit dem Näschen an.

„Papa, Du könntest auch so ma den Mörrschen Brei von Hipp probieren!“
Ich werde sauer.
„Papa, den MUSST Du sogar mal probieren!“, schaltet sich Mausbär ein.
Ich runzele die Stirn.
„Den gibts nämlich auch mit HONIG gesüßt! Honig geht immer und ist für alte Leute besonders gut!!“

Ich stehe auf und gehe ins Bad und schaue in den Spiegel. Sollte ich mir jetzt schon Gedanken um einen Platz im betreuten Wohnen machen?

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