Neuwahlen in Deutschland!

Juni 4, 2010

Als ich heute Abend nach Hause kam, lag der Großteil einer Kuschelbande, von den Strapazen dieses Sommertages, ermattet im Bett und döste vor sich hin. Einzig mein kleines, kultiviertes Kätzchen Theresa war fleißig im Internet unterwegs.

„Weißt Du schon das Neueste? Am Wochenende soll die FDP aus der Regierung aussteigen und es soll Neuwahlen geben!“

Ich runzele die Stirn, setze mich neben Theresa auf das Sofa und spiele mit ihren Zöpfchen.

„Wer sagt denn das?“, frage ich.

Theresa deutet mit ihrer Pfote auf das Display des Notebooks. Es ist eine Seite aufgerufen, die mir nicht unbekannt ist.

„Die haben vor einigen Wochen bereits das Ende des Euro und das Comeback der DM ausgerufen. Ich glaube das ist Quatsch.“

Theresa schaut mich mit ihrem sphinxartigen Gesichtsausdruck an.

„Aber der Euro steht momentan auch unter 1,20 Dollar. So ganz unrecht scheinen sie dann doch nicht zu haben!“

Ich halte von diesen ganzen „Die Welt geht unter“-Propheten nichts, zumal oft lediglich unternehmerische Interessen hinter den Parolen stecken. Außerdem steht ja auch 2012 vor der Tür.

„Also Theresa, ich glaube nicht, daß Neuwahlen vor der Tür stehen.“

Theresa wiegt den Kopf.

„Vielleicht hast Du recht. Aber was würde das auch ändern?“

„Nun, wenn es dazu kommen sollte, könnte z.B. die SPD mit den Grünen die Regierung bilden. Das würde ja schon einen deutlichen Politikwechsel bedeuten!“

Theresa schaut mich mit ihrem durchdringen und zugleich unergründlichem Blick an.

„Manchmal bewundere ich euch Menschen für eure Kreativität, eure Intelligenz und eure Fähigkeite. Von Zeit zu Zeit bin ich aber auch entsetzt. Entsetzt darüber, wie wenig ihr eure Fähigkeiten wirklich nutzt.“

Ich zucke mit den Schultern, da ich nicht weiß, worauf meine schöne Katze hinaus will.

„Papa, glaubst Du an den Weihnachtsmann?“, fragt Therese mit ihrer samtigen Stimme.

„Der ist von Coca Cola, daß weiß ja jedes Kind!“

„Glaubst Du an den Osterhasen? Den Storch? Den Schwarzen Mann?“

Ich schüttele den Kopf und erkläre: „Das sind doch alles Märchen!“

Theresa schnurrt wohlig. Sie scheint ganz in ihrem Element zu sein.

„Ganz recht, Papa. Aber im Gegensatz dazu glaubst Du an andere Märchen!“

„Was meinst Du Theresa?“

Theresa leckt sich genüsslich über ihre linke Pfote, ehe sie antwortet.

„Du glaubst nicht an den Weihnachtsmann, aber daran was die Medien produzieren und daran, daß Du mit deiner Stimme etwas ändern kannst!“

Langsam werde ich wütend. „Was die Tagesschau an Nachrichten bringt, sit sicherlich korrekt und richtig. Und freie Wahlen sind eine unserer Errunenschaften. Darauf beruht doch unser ganzes System!“

Theresa nickt bedächtig. „Aber weißt Du das auch,Papa?“

„Man kann es überall nachlesen und nachprüfen. Das ist ja gerade das Gute daran. Alles ist transparent. Das Volk ist der Souverän.“

Theresa streckt sich und legt dann ihren Kopf auf ihre Vorderbeine. „Papa, das ist zu abstrakt. Laß uns bei einem Beispiel bleiben.“

Ick nicke.

„Gut. Morgen ist Bundestagswahl. Du gehst in die Wahlkabine und machst deine Kreuzchen und wirfst deinen Stimmzettel in die Urne. Was passiert dann mit deiner Stimme?“

„Nun, sie wird im Wahlbüro registriert und ausgezählt.“

„Richtig, weiter?“

„Das Wahlbüro meldet die Stimme an die nächsthöhere Ebene usw. usw. Bis dann am Ende die Ergebnisse vorliegen. Damit alles korrekt abläuft, wird zimmer wieder kontrolliert.“

„Sicher und bei diesem ganzen Prozess sind sehr viele Menschen involviert, die sich allesamt für die ordnungsgemäße Durchführung der Wahl verbürgen. Aber irgendwann kommen selbst bei Kommunalwahlen Computer zum Einsatz.“

Ich nicke. Ich muß an das Desaster im vorletzten Präsidentschaftswahlkampf der USA  denken, als es ohne Ende Meldungen über die Fehlerhaftigkeit bei der Auszählungen im Bundesstaat Florida gegeben hatte.

„Wer garantiert Dir, daß es dabei keine Manipulation gibt, deine Stimme nicht einer anderen Partei zugerechnet wrd?“

Ich schüttele entschieden den Kopf. „Das ist doch nachvollziehbar. Wenn es am Ende mehr Stimmen gibt …“.

„Nein Papa. Es gibt weiterhin die gleiche Anzahl von Stimmen. Nur die Verteilung ändert sich. Vielleicht nur so minmal,daß die Partei A kurz vor der Partei B siegt. “

„Aber es werden doch die amtlichen Wahlergebnisse veröffentlicht. Da kann man es sehen!“, sage ich.

„Was kann man dabei sehen? Die Stimmen werden ja geheim abgegeben. Deine Stimme ist somit nicht nachvollziehbar.“

An diesem Punkt weiß ich tatsächlich nicht mehr weiter. Ich weiß tatsählich nicht, wie ich weiter argumentieren könnte.

„Kannst Du beweisen, daß es kein Computerprogramm gibt, das wie auch immer die Stimmverteilung verändern könnte? Bist Du dazu in der Lage, Papa?“

„Nun dafür gibt es ja Fachleute,die extra dafür eingestellt werden um das zu garantieren!“

„Einzelne,wenige Fachleute … Menschen mit Lastern, Menschen mit Fehlern.“

„Ich glaube aber nicht, daß Wahlbetrug in Deutschland möglich ist! Das geht nur in irgendwelchen Diktaturen!“

Theresa schnurrt vor sich hin.

„Schon Goethe wusste, dass niemand hoffnungsloser versklavt ist als der, der fälschlich glaubt, frei zu sein. Wenn man ein Volk beherrschen will, muß man es glauben machen, es wäre frei und könne selbst über sich bestimmen. Gegen sollen die Sklaven dann rebellieren,wenn es keine identifizierbaren Sklavenhalter gibt?“

In diesem Moment raschelt es in der Palme. „Wo bleibt mein Bananabrei?“


Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: